Lexikon - Energierzeugung, -vertrieb, -verbrauch

Eine sichere Energieversorgung ist einer der entscheidenden Erfolgsfaktoren einer Volkswirtschaft und damit auch für die kommunale Ebene. Ob als Bezieher von Strom, Gas und Wärme, als Genehmigungsbehörde für Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien sowie als Verantwortliche für die Bereitstellung von bestmöglichster Infrastruktur für die örtliche Wirtschaft sind Kommunen vielfältig vom Thema Energieversorgung betroffen.

Mit dem Energie-ABC „Energieversorgung kompakt“ stellen wir Ihnen einen Ratgeber für den Alltag zur Seite. Von A wie „Abnahmestelle“ bis Z wie „Zählpunkt“ finden Sie hier eine Auswahl der wichtigsten Begriffe im Bereich der Energieversorgung.

C   D   E   G  I  L   M   N   O  P   Q   R   U  V   Z

Abnahmestelle

Ort, an dem Strom vom Netz des örtlichen Netzbetreibers zum Stromabnehmer (Stromkunden) übergeben wird. Die Übergabe kann auf unterschiedlichen Spannungsebenen erfolgen.

Abwärme

Abwärme ist der bei der Kraft- oder Wärmeerzeugung oder bei chemischen Prozessen anfallende Anteil an Wärmeenergie, der ungenutzt in die Umwelt entweicht. Bei Kraftwerken und industrieller Produktion treten räumlich konzentriert große Mengen Abwärme auf, die über Kühltürme abgeleitet werden.

Durch Nutzung von Abwärme zu Heizzwecken wird ein wesentlicher Beitrag zur Energieversorgung geleistet und die Emission von Schadstoffen reduziert.

All-inclusive-Vertrag

Stromversorgungsvertrag, der außer der Energielieferung auch die Netzdienstleistungen einschließlich Ausgleichsenergieversorgung beinhaltet. Diese Vertragsart regelt die Entgelte für die Stromlieferung bis zur Abnahmestelle, einschließlich der hierfür nötigen Netznutzung zwischen dem Lieferanten und dem Endkunden, wobei der Endkunde das dafür zu entrichtende Entgelt nur dem Lieferanten schuldet. Der All-inclusive-Vertrag ist zu unterscheiden vom Netzanschlussvertrag.

Ampere

Einheit für die Stromstärke oder Elektronenflussrate, benannt nach dem französischen Universalgelehrten André-Marie Ampère (1775–1836).

Arbeit

Arbeit ist die eingespeiste oder entnommene elektrische Energie (auch elektrische Arbeit). Zum Zwecke der Abrechnung wird die Arbeit in einer bestimmten Zeitspanne gemessen. Hierbei unterscheidet man, den Begriffen Wirk- und Blindleistung entsprechend, zwischen Wirkarbeit und Blindarbeit.

Ohne nähere Angaben versteht man unter Arbeit in der Regel die Wirkarbeit. Gebräuchliche Einheit für Arbeit sind Kilowattstunden oder Megawattstunden.

Arbeitspreis

Arbeitspreis, ausgedrückt in ct/kWh bzw. ct/kvarh, ist das Entgelt pro Einheit der elektrischen (Blind-) Arbeit.

Ausgleichsenergie

Differenz zwischen der in einer vereinbarten Zeiteinheit prognostizierten und tatsächlichen Entnahme oder Einspeisung von elektrischer Energie in einem Bilanzkreis. Die Ausgleichs- bzw. Regelenergie wird durch Zu- und Abschalten von Kraftwerken kurzfristig im Stundenraster ausgeglichen.

Im Jahr 2001 wurden von großen Übertragungsnetzbetreibern auf Verlangen des Bundeskartellamts wettbewerbliche Ausschreibungssysteme für Regelenergie im deutschen Markt eingeführt, die anders als in der Vergangenheit auf transparenten, wettbewerblichen Marktprinzipien beruhen.

 

Base Load

englisch für Grundlast

Beistellung

Damit ein Stromanbieter Strom in ein fremdes Netz leiten kann, muss er mit dem Netzbetreiber eine Durchleitungsvereinbarung treffen, in der verschiedene Punkte geregelt werden, beispielsweise die Netznutzungsgebühr.

Sollte keine Einigung über eine Durchleitung zustande kommen, besteht die Möglichkeit der so genannten Beistellung. Der neue Stromanbieter lässt den Strom vom örtlichen Netzbetreiber beistellen, leitet also keinen eigenen Strom durch. Er kauft den in der Regel teureren Strom vom örtlichen Versorger, um seinen Kunden in demselben Ort überhaupt beliefern zu können.

Oftmals verbleibt bei einer Beistellung keine Marge. Aus diesem Grund sind Beistellungsverträge befristet, bis eine endgültige Durchleitungsvereinbarung getroffen werden kann. Da Beistellungen bilaterale Vereinbarungen zwischen Lieferanten sind, welche die Belieferung von Kunden an der Entnahmestelle im Auftragsverhältnis regeln, tritt dieses Verhältnis den Netzbetreibern gegenüber etwa bei Bilanzkreisen nicht in Erscheinung.

Benutzungsdauer

Quotient aus dem Jahres-Energiebedarf und der maximalen Jahres- oder Verrechnungsleistung.

Benutzungsstunden

Benutzungsstunden sind die in Stunden ausgedrückte Benutzungsdauer als Quotient einer Energiemenge in einer Zeitspanne und der höchsten darin aufgetretenen Energieleistung.

Bilanzkreis

Ein Bilanzkreis ist ein virtuelles Gebilde, das sich aus einer beliebigen Anzahl von Einspeise- und Entnahmestellen zusammensetzt und zum Zweck des Ausgleichs zwischen Einspeisung und Entnahme gegenüber dem jeweiligen Übertragungsnetzbetreiber eingerichtet wird. Im Bilanzkreis werden Einspeisungen und Entnahmen unabhängig von ihrer Zuschaltung bzw. Zuordnung innerhalb der hierarchisch aufgebauten Netze einer Regelzone in einem Energiemengenbilanzkonto zusammengefasst. Ein Bilanzkreis kann lediglich innerhalb von Regelzonen gebildet werden und wird zwischen dem Bilanzkreisverantwortlichen (in der Regel einem Händler oder Weiterverteiler) und dem Bilanzkreiskoordinator´(in der Regel der Übertragungsnetzbetreiber) in einem Bilanzkreisvertrag vereinbart.

Bilanzkreisverantwortlicher

Ein Bilanzkreisverantwortlicher ist gegenüber dem Übertragungsnetzbetreiber bzw. dem Bilanzkoordinator für die Ausgeglichenheit der Leistungsbilanz eines Bilanzkreises in kommerzieller und administrativer Hinsicht verantwortlich.

Bilanzkreisvertrag

Verträge über die Bildung von Bilanzkreisen werden zwischen dem Übertragungsnetzbetreiber und dem Händler als Netznutzer und Bilanzkreisverantwortlichen abgeschlossen.

Diese Verträge enthalten Bestimmungen über die Bildung, Abwicklung und Abrechnung des Bilanzkreises, die Nennung und Änderung der Bilanzkreis-Zugehörigkeit von Endkunden oder Sub-Bilanzkreisen. Sie enthalten ferner finanzielle Regelungen für den Bilanzausgleich, also den Ausgleich von Differenzen zwischen Abgaben und Beschaffung innerhalb des Bilanzkreises. Schließlich enthalten sie Bestimmungen zur Entrichtung des Transit- und Transportentgelts.

Biogas

Biogas ist ein Gemisch aus den Hauptkomponenten Methan, Wasserstoff, Kohlenstoffdioxid und Schwefelwasserstoff. Es entsteht bei der sauerstofffreien Vergärung von organischem Material. Biogas lässt sich grundsätzlich mit einer entsprechenden Aufbereitung auf Erdgasqualität veredeln. Es wird dann Bioerdgas genannt.

Biomasse

Biomasse im energetischen Sinne ist die Gesamtheit der organischen Rohstoffe, aus denen sich thermische oder elektrische Energie bzw. Treibstoff erzeugen lässt. Die dafür nötige Biomasse wird entweder aus nachwachsenden Pflanzen bzw. Pflanzenteilen oder organischen Abfällen wie Gülle oder Klärschlamm gewonnen. Zur Stromerzeugung wird das durch Gärung der Biomasse freigesetzte Gas verbrannt und dessen Wärmeenergie in Strom umgewandelt. Die Entstehung von Schadstoffen bei dieser Energiegewinnung wird durch die Tatsache aufgewogen, dass Biomasse praktisch unbegrenzt nachproduziert werden kann.

Blindleistung

Blindleistung ist die elektrische Leistung, die zum Aufbau von magnetisierten Feldern (z. B. in Motoren, Transformatoren) oder von elektrischen Feldern (z. B. in Kondensatoren) benötigt wird und nicht zur nutzbaren Arbeit beiträgt. Bei überwiegend magnetischem Feld ist die Blindleistung induktiv, bei überwiegend elektrischem Feld kapazitiv.

Blockheizkraftwerk (BHKW)

Eine Anlage zur gemeinsamen Bereitstellung von Wärme und Strom in einer dezentralen Anlage. Als Brennstoffe kommen Gas, Öl und feste Brennstoffe zum Einsatz. Üblicherweise werden BHKW-Anlagen im Leistungsbereich bis 10 MW eingesetzt. Sie verwenden Technologien wie Verbrennungsmotoren, Brennstoffzellen oder kleine Gasturbinen, deren nutzbare Abwärme direkt in einem Wohn-,Gewerbe- oder Industrieobjekt eingesetzt oder in ein Nahwärmenetz eingespeist wird.

Brennstoffzelle

Technologie zur dezentralen Energieerzeugung. In der Brennstoffzelle wird über eine chemische Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff direkt elektrische Energie erzeugt. Die Größe und damit die Leistung von Brennstoffzellen ist sehr variabel, sie können für die elektrische Versorgung von Kleingeräten bis hin zum elektrischen Antrieb von Kraftfahrzeugen eingesetzt werden.

Brennwert [HS/HS,n]

Der Brennwert HS gibt die Energie an, die bei vollständiger Verbrennung des Erdgases frei wird. Die Abkürzung HS,n steht für die Energie, die bei vollständiger Verbrennung des Erdgases im Normzustand frei wird. Gemessen wird der Brennwert in kWh/m³. Der Brennwert HS,n schwankt je nach Qualität des Gases zwischen ca. 10–12 kWh/m³.

 

Contracting

Dienstleistungskonzept, das darauf ausgerichtet ist, die Effizienz bei der Energieerzeugung, -umwandlung und -nutzung in allen Verbrauchsbereichen zu verbessern. Planung, Finanzierung, Bauausführung sowie der laufende Betrieb des Investitionsprojekts (z. B. Errichtung eines Blockheizkraftwerkes) werden von einem außen stehenden Investor (Contractor) übernommen.

Energie-Contracting ist eine Dienstleistung für Eigentümer, Verwalter und Nutzer von Immobilien sowie für gewerbliche und industrielle Nutzer. Contracting nützt aufgrund der erzielten Energieeinsparungen der Umwelt, spart Geld und wird daher auch bereits von vielen Kommunen in Baden-Württemberg praktiziert. Nähere Informationen hierzu sind bei der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg GmbH (http://www.kea-bw.de/arbeitsfelder/contracting/)erhältlich.

Contractinglösungen werden beispielsweise von Herstellern von Heizanlagen, energietechnischen Dienstleistern, großen Handwerksbetrieben und örtlichen Energieversorgungsunternehmen oder auch Energieagenturen angeboten. Es werden das Anlagen-Contracting und das Performance-Contracting unterschieden.

 

Drehstrom (auch Dreiphasenstrom)

Übliche Stromart für die allgemeine Stromversorgung. Er besteht aus drei Wechselströmen, deren Sinuskurven um jeweils 120° gegeneinander versetzt sind. Der Name stammt aus der Anwendung für den Betrieb von Elektromotoren. In den Ständerwicklungen dieser Motoren erzeugt er ein magnetisches Drehfeld, das den Rotor erfasst und so die Drehbewegung des Motors erzeugt.

Durchleitung

Gemäß § 6 Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) wird hierunter der organisatorisch-vertragliche Vorgang im Zusammenhang mit der Einspeisung elektrischer Energie an einer oder mehreren Übergabestellen (Einspeiseknoten) durch einen Lieferanten und ihrer damit verbundenen zeitgleichen Entnahme durch einen Empfänger an einer oder mehreren Übergabestellen (Entnahmeknoten) eines Netzes verstanden.

 

Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)

Das Gesetz für den Vorrang Erneuerbarer Energien (EEG) vom 21. Juli 2004 regelt die Vorrang-Abnahmepflicht erneuerbarer Energien durch die Netzbetreiber, die (degressiven) Vergütungssätze der einzelnen Erzeugungsarten wie auch das Umlageverfahren der resultierenden Mehrkosten auf alle Stromabnehmer.

EEG-Umlage

Die Abkürzung EEG steht für das Erneuerbare-Energien-Gesetz, welches die Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen, beispielsweise Solar-, Wind- oder Wasserkraft, Biomasse oder Deponiegas, fördern soll. Die Betreiber von Erzeugungsanlagen und Kraftwerken, die Energie auf der Basis erneuerbarer Energien produzieren, erhalten im Rahmen des EEG-Gesetzes einen festen Vergütungssatz für die erzeugte Energie, um den wirtschaftlichen Betrieb ihrer Anlagen zu gewährleisten. Die entstehenden Mehrkosten werden von den Energieversorgern (also beispielsweise den Stromfirmen), welche die Energie von den Kraftwerkbetreiber erwerben, getragen. Die Energieversorger wälzen die Extrakosten wiederum in Form der EEG-Umlage auf den Endverbraucher, also den Stromkunden, um.

EEX

Die European Energy Exchange (EEX) ist die Energiebörse Deutschlands mit Sitz in Leipzig. Sie entstand im Jahr 2002 durch Fusion der European Power Exchange aus Frankfurt am Main und der Leipzig Power Exchange (LPX). Beide Strombörsen wurden im Jahr 2000 gegründet. Das jährliche Handelsvolumen lag 2005 bei rund 602 TWh: 85 TWh entfielen auf den Spotmarkt, 517 TWh auf den Terminmarkt.

Eigenerzeugung/Eigenerzeuger

Eigenerzeuger sind natürliche oder juristische Personen, die Elektrizität im Wesentlichen für den eigenen industriellen oder privaten Verbrauch erzeugen.

Energie

Energie ist das in einem Körper oder Stoff vorhandene Potenzial, physikalische Arbeit zu verrichten oder Wärme abzugeben. Für Energie gilt der Energieerhaltungssatz, demzufolge Energie weder erzeugt noch vernichtet werden, sondern lediglich ihre Erscheinungsform ändern kann.

Energieeffizienz

Je nachdem, wie oft und wie stark beispielsweise eine Wohnung geheizt wird, ergibt sich, wie hoch der Energieaufwand ist. Der Anteil, den die jeweilige Endenergie an der eingesetzten Energie aufweist, ist dann die Energieeffizienz. Je weniger Energie eingesetzt wird und je höher der daraus resultierende nutzen ist, desto höher ist dann auch die Energieeffizienz. Umso mehr der Quotient vom Wirkungsgrad gegen eins strebt, umso effektiver ist die Nutzung der verbrauchten Energie.

Erdgas

Erdgas wird in zwei Arten unterschieden: in Erdgas H (High) und Erdgas L (Low). Diese beiden Erdgasqualitäten unterscheiden sich in Energieinhalt bzw. Brennwert und bezüglich ihres Methangehalts. Erdgas H hat einen höheren Methangehalt (87 bis 99 Vol. %), während Erdgas L bei Methananteilen von 80 bis 87 Vol. % größere Mengen an Stickstoff und Kohlendioxid enthält.

Erneuerbare Energien

Die praktisch unerschöpflichen Energiequellen, wie beispielsweise Sonne, Wind, Wasser, Biomasse, Geothermie, Gezeiten und Wellen, die nach den Zeitmaßstäben des Menschen unendlich lange zur Verfügung stehen. Rund 3 % des Stroms in Deutschland stammten im Jahr 2011 aus Wasserkraft, 8 % aus Windkraft, 3 % aus Photovoltaik und 6 % aus Biomasse. Die grün-rote Landesregierung in  Baden-Württemberg hat als Ziel für das Jahr 2020 ausgegeben, dass 38 % der Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen stammen.

EVU (Energieversorgungsunternehmen)

Als Energieversorgungsunternehmen werden alle Unternehmen bezeichnet, die Energie herstellen, transportieren oder verteilen. Die Stromwirtschaft lässt sich hierbei in drei Ebenen unterteilen:

Die Verbundunternehmen (z. B. e.on, RWE, EnBW und Vattenfall) produzieren den größten Teil des Stroms. Ihnen gehören auch die Verbund- bzw. Höchstspannungsnetze.

Die Regionalversorger dagegen leisten überwiegend regionale Stromverteilung, einige produzieren auch selbst Strom. Schließlich existieren noch etwa 900 kommunale Energieversorgungsunternehmen in Deutschland, die ebenfalls die Weiterverteilung des Stroms organisieren und teilweise noch Eigenerzeugungskapazitäten haben.

 

Fernwärme

Fernwärme ist eine leitungsgebundene Energie zur Wärmeversorgung von Kunden und wird über Wärmeverteilungsnetze zugeführt. Die Wärme wird zentral in einem Heizkraftwerk oder Heizwerk erzeugt oder von einer sonstigen Wärmequelle bezogen und über das Energiemedium Heizwasser oder Dampf übertragen. Fernwärme dient zur Raumheizung, Wassererwärmung oder als Prozesswärme für Produktionszwecke. Da beim Verteilen hohe Verluste auftreten, muss Fernwärme verbrauchernah erzeugt werden (max. Entfernung liegt bei 40 km). Bei sehr geringer Entfernung spricht man von Nahwärme.

Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas)

Als Flüssigerdgas bezeichnet man durch Abkühlung verflüssigtes Erdgas. LNG hat nur etwa 1/600stel des Volumens von Erdgas in Gasform. Erdgas verflüssigt sich bei –162°C.

 

Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD)

Eine Stromerzeugungsanlage, die mittels einer Gasturbine Strom erzeugt und deren Abgase in einem Abhitzekessel zudem Dampf erzeugen, welcher in einer Dampfturbinengeneratoreneinheit zusätzlich Strom erzeugt. GuD-Anlagen zeichnen sich durch einen hohen energetischen Wirkungsgrad aus und sollen mit fortschreitender Energiewende Lastspitzen beim Verbrauch ausgleichen, da sie kurzfristig hochgefahren werden können.

Gasdruck

Erdgasnetze werden in unterschiedlichen Druckniveaus betrieben: überregionale Fernleitungen in sehr hohen Druckbereichen (bis zu 100 bar), regionale Leitungen in einem breit gestreuten Spektrum zwischen 1 und 70 bar, örtliche Versorgungsleitungen meist im Mitteldruck (0,1 bis 1 bar) oder Niederdruckbereich (unterhalb von 100 mbar (Millibar)). Unmittel­bar vor den Verbrauchsgeräten im Haushalt beträgt der Gasdruck 20 mbar.

Gaswirtschaftsjahr [GWJ]

Das Gaswirtschaftsjahr dient als Grundlage von Verträgen über Gaslieferungen und die Buchung von Durchleitungskapazitäten. Das Gaswirtschaftsjahr beginnt am 1. Oktober eines Jahres um 6.00 Uhr und endet zum 1. Oktober des Folgejahres um 6.00 Uhr. Es ist nach dem Jahr benannt, in dem es endet.

Gaswirtschaftstag [GWT]

Ein Gaswirtschaftstag ist der Zeitraum von 6.00 Uhr eines Kalendertages bis 6.00 Uhr des darauf folgenden Kalendertages. Er ist nach dem Tag benannt, an dem er beginnt.

Geothermie

Nutzung der Erdwärme zur Wärmeversorgung und Stromgewinnung. Die Temperatur der Erde steigt mit zunehmender Tiefe um ca. 25 bis 30 °C pro Kilometer an. Insbesondere in ehemals vulkanischen Regionen dringen verhältnismäßig hohe Temperaturen sehr nah an die Oberfläche vor, so dass die Erdwärme mit relativ hohem Wirkungsgrad energetisch genutzt werden kann.

Gigawattstunde (GWh)

entspricht 1.000.000 kWh

Gleichstrom

Elektrischer Strom mit einer gleich bleibenden Fließrichtung. Unterscheidung zwischen konstantem Gleichstrom (Stromstärke gleich bleibend) und pulsierendem Gleichstrom (Stromstärke ändert sich periodisch). Er wird z. B. von Batterien und Photovoltaikanlagen erzeugt.

Grüner Strom

siehe Ökostrom

Grundlast (auch Grundleistung)

Grundlast ist der Anteil am gesamten Lastverlauf, der für eine bestimmte Zeitperiode (mindestens 6.000 h/a) kontinuierlich abgenommen bzw. verbraucht wird. In Deutschland werden überwiegend Atom- und Braunkohlekraftwerke zur Grundlasterzeugung eingesetzt.

Grundversorgung

Letztverbraucher erhalten von ihrem lokalen Netzbetreiber eine Energielieferung zu allgemeinen Preisen und Konditionen, sofern sie nicht über einen eigenständig abgeschlossenen Energiebelieferungsvertrag verfügen. Diese Konditionen und Preise für die Versorgung von Verbrauchern in Niederspannung müssen öffentlich einsehbar sein und liegen normalerweise über den Bezugskosten bei vertraglicher Aushandlung der Energieversorgung mit einem EVU.

 

Heizwert

Der Heizwert ist die Wärme, die bei vollständiger Verbrennung eines Kubikmeters Gas im Normzustand frei wird. Der volumenbezogene Heizwert wird in kJ/m³  angegeben. Der Heizwert bezieht sich auf eine Verbrennung, bei der nur gasförmige Verbrennungsprodukte entstehen. Zur Berechnung wird daher vom Brennwert die Verdampfungsenthalpie des Wassers abgezogen. Daher liegen die Heizwerte unter den Brennwerten.

Höchstlast (auch Höchstleistung)

Die Höchstleistung ist die größte elektrische Leistung, die während einer bestimmten Zeitspanne aufgetreten ist, z. B. Jahreshöchstleistung, Monatshöchstleistung oder Tageshöchstleistung.

 

Industriestrom

Als Industriestrom werden spezielle Stromtarife und Stromversorgungskonzepte für Industriekunden, also industrielle Großverbraucher, bezeichnet. Viele große Industriekunden beziehen ihren Strom aus dem Hochspannungs-  oder Mittelspannungsnetz.

 

Jahreshöchstlast

Die höchste in einer Viertelstunde eines Jahres gemessene Leistung.

Jahreshöchstmenge

Vertraglich bezogene Gasmenge über den Lieferzeitraum von zwölf Monaten (kWh).

Jahresleistungspreis

Der auf die Jahreshöchstlast bezogene Leistungspreis.

 

Kernreaktor

Anlage, mit deren Hilfe sich eine Kettenreaktion von Spaltungsprozessen einleiten, aufrechterhalten und steuern lässt. Hauptbestandteil ist die sog. Spaltzone mit dem Kernbrennstoff. Ein Reaktor verfügt im Allgemeinen über einen Moderator (z. B. Wasser, Graphit), der die Neutronen auf ein niedriges Energieniveau verlangsamt, eine Abschirmung und Regelvorrichtungen. Reaktoren unterscheiden sich je nach Spezifikation der eingesetzten Brennstoffe, des notwendigen Moderators und der eingesetzten Neutronenart. Reaktoren werden sowohl zu Forschungszwecken, zur Leistungserzeugung (Stromproduktion) als auch zur Produktion von waffenfähigem Material für Rüstungszwecke errichtet.´

Konzessionsabgabe

Nominell die in vielen Konzessionsverträgen festgeschriebene finanzielle Gegenleistung von Energieversorgungsunternehmen an die Kommunen für das Recht, Straßen und Wege zu benutzen, um Kabel, Leitungen und andere Anlagen zu errichten, die zur Versorgung des Gebietes notwendig sind. Das Recht ist in der Konzessionsabgabeverordnung und dem Energiewirtschaftsgesetz niedergelegt. Städte und Gemeinden haben ihre öffentlichen Verkehrswege für die Verlegung und den Betrieb von Leitungen einschließlich Fernwirkleitungen zur Netzsteuerung und Zubehör zur unmittelbaren Versorgung von Letztverbrauchern im Gemeindegebiet diskriminierungsfrei durch Vertrag zur Verfügung zu stellen. Solche Verträge dürfen eine Laufzeit von zwanzig Jahren nicht überschreiten. Werden sie danach nicht verlängert, so ist der bisherige Netzbetreiber verpflichtet, seine für den Betrieb der Netze der allgemeinen Versorgung im Gemeindegebiet notwendigen Verteilungsanlagen dem neuen Energieversorgungsunternehmen gegen Zahlung einer wirtschaftlich angemessenen Vergütung zu übereignen. Das neue Energieversorgungsunternehmen kann statt der Übereignung verlangen, dass ihm der Besitz hieran eingeräumt wird.

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK)

Gemeinsame Bereitstellung von Elektrizität und Wärme (z. B. für Raumheizung und Warmwasser) in einem einzigen technischen Prozess. Das Ziel, das damit verfolgt wird, ist es mit KWK-Anlagen wirtschaftlichere Energie bereitzustellen, als dies eine getrennte Erzeugung von Strom und von Wärme leisten könnte. Als Technologien kommen insbesondere Dampfturbinen, Gasturbinen, Gas- oder Dieselmotoren oder Dampfmaschinen zum Einsatz. Auch mechanisch betriebene Wärmepumpen sind KWK-Anlagen; in ihnen wird Kraft aufgewendet, um aus nicht direkt nutzbarer Abwärme Nutzwärme höherer Temperatur zu gewinnen.

KWK-Anlagen sind ferner abwärmebeheizte Kraftwerke, in denen aus Abwärme ausschließlich Strom erzeugt wird. Der energetische Gesamtwirkungsgrad einer KWK-Anlage kann bis zu 85 % betragen. In einem Blockheizkraftwerk wird das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung in kleinerem Maßstab durchgeführt.

KWK-Umlage

Die KWK-Umlage (die Abkürzung steht für Kraft-Wärme-Kopplung) soll die Erzeugung von Energie aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung fördern und wird ebenfalls vom Endverbraucher getragen.

kWh

Die Kilowattstunde ist die Einheit für elektrische Arbeit (Energieverbrauch). Der Begriff wird sowohl in der Elektrizitäts- als auch in der Gaswirtschaft angewandt. Ein 1.000-Watt-Bügeleisen braucht beispielsweise in einer Stunde 1.000 Watt-Stunden Strom, dies entspricht einer kWh.

 

Lastgang

Der Begriff Lastgang bezeichnet eine Zeitreihe, die für jede Viertelstunden-Abrechnungsperiode einen Leistungswert festlegt. Ein prognostiziertes Lastprofil ist eine so genannte Lastprognose.

Lastmanagement

Unter Lastmanagement werden nachfrageseitige Maßnahmen verstanden, die Energiemengen oder -kosten einsparen sollen. Zu typischen Maßnahmen gehören beispielsweise das Auffüllen von Lasttälern oder die Verlagerung von Spitzenlast in Schwachlastperioden.

Leistung

Leistung ist der Quotient aus der Arbeit in einer bestimmten Zeitspanne und derselben Zeitspanne. Bei der elektrischen Leistung werden unterschieden: Wirkleistung, Blindleistung und Scheinleistung.

Leistungspreis

Der Jahresleistungspreis ist das auf ein Lieferjahr bezogene Entgelt je Einheit der abzurechnenden Leistung. Der Jahresleistungspreis ist für die bestellte oder effektive Tages­ bzw. Stundenleistung oder alternativ fix für ein Jahr zu zahlen.

 

Megawatt (MW)

Diese Einheit der Leistung wird verwendet für große elektrische Anlagen. Klein-Wasserkraftwerke leisten bis zu 10 MW, Laufwasserkraftwerke bis zu einigen Hundert MW, ein Kohlekraftwerk bis zu 800 MW, ein Atomkraftwerk bis zu 1.300 MW.

Minutenreserve

Die Minutenreserve wird nach Ausfall von Erzeugungsleistung eingesetzt. Nach den derzeit gültigen Regeln der europäischen Verbundorganisation „Union für die Koordination des Transports elektrischer Energie“ (UCTE) muss sie spätestens nach 15 Minuten die Sekundenreserve abgelöst haben. Die Minutenreserve wird über laufende thermische Kraftwerke, Speicher- bzw. Pumpspeicher-Kraftwerke sowie Gasturbinen und dem Abwurf von Kundenlast bereitgestellt.

 

Nahwärme

Unter Nahwärmeversorgung wird – im Gegensatz zur Versorgung mit Fernwärme – die Verteilung von Wärme im direkten Umfeld des Orts der Energieerzeugung verstanden, z. B. in kleinen Siedlungen oder Mehrfamilienhäusern. Dabei werden häufig Blockheizkraftwerke eingesetzt, die gleichzeitig Wärme und Strom liefern.

Nutzenergie

Energie, die nach der letzten Umwandlung der Energie in Geräten dem Verbraucher zur Verfügung steht. Es werden die Formen Licht, Kraft, Hoch- und Niedertemperaturwärme und elektrische Prozessenergie unterschieden.

 

Ökostrom

Bezeichnung für aus Regenerativer Energie erzeugte Elektrizität (auch Naturstrom). Dieser wird von etablierten Versorgungsunternehmen wie auch von ausschließlich auf Ökostrom spezialisierten Unternehmen angeboten.

Ökosteuer

Mit Wirkung zum 01.04.1999 trat das Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform in Kraft. Das Gesetz beinhaltet das neu geschaffene Stromsteuergesetz sowie Änderungen im Mineralölsteuergesetz mit entsprechenden Mineralölsteuererhöhungen.

Beide Verbrauchssteuern zusammen (Stromsteuer sowie die entsprechenden Teile der Mineralölsteuer) werden häufig unter dem Oberbegriff der Ökosteuer zusammengefasst.

Die genannten Steuern werden schrittweise erhöht, schwefelarme bzw. -freie Kraftstoffe erhalten eine steuerliche Förderung und Einführung. Mit Einführung der Ökosteuer sollte eine Senkung des Energieverbrauchs durch eine nachhaltige Umsteuerung der Nachfrage in Richtung energiesparender und Ressourcen schonender Produkte erreicht werden, bei gleichzeitiger Senkung der Sozialversicherungsbeiträge (speziell der Rentenversicherungsbeiträge) und der Förderung erneuerbarer Energien.

Off-Peak

Das ist der Zeitbereich außerhalb der Hochlast mit geringer Energienachfrage: üblicherweise nachts und an Wochenenden. In Deutschland: Mo – Fr 00:00 – 08:00 Uhr und 20:00 – 24:00 Uhr, Sa 00:00 Uhr – So 24:00 Uhr.

On-Peak

On-Peak bezeichnet den Zeitraum der höchsten Belastung in einem Energiesystem, z. B. die Belastung eines Stromnetzes zur Mittagszeit an einem Werktag (Gegensatz Off-Peak).

 

Photovoltaik

Technologie zur Energieerzeugung aus der solaren Strahlungsenergie. In Solarzellen wird dabei die Strahlungsenergie ohne Umwege direkt in elektrische Energie umgewandelt.

Weiterführende Informationen sind u.a. hier (http://www.kommunal-erneuerbar.de/de/technologien/sonnenenergie.html) und auf dieser Website unter „Energiewissen intensiv“ –„Photovoltaik“ erhältlich.

Primärenergie

Primärenergie ist die Energie die in der Natur vorkommt und noch keiner Umwandlung unterworfen ist. Hierzu zählen fossile Energieträger wie Stein- und Braunkohle, Erdöl und Erdgas oder Erneuerbare Energien (Sonnenenergie, Windkraft, Wasserkraft, Erdwärme, Bioenergie). In Deutschland ist Mineralöl mit rund 34 % der wichtigste Energieträger, gefolgt von Gas mit rund 20 % und´Steinkohle mit etwa 13 % (Stand 02/2012). Die erneuerbaren Energieträger decken gegenwärtig rund 11 % des Primärenergieverbrauchs (Sekundärenergie, Nutzenergie).

Prozesswärme

Die Wärme, die bei industriellen und gewerblichen Produktionsverfahren eingesetzt wird, wie z. B. beim Metallschmelzen, bei der Erdölraffinierung, bei Wäschereien und Bleichereien. Bei vielen dieser Prozesse wird die Abwärme zur weiteren energetischen Nutzung zurück gewonnen.

 

Regelenergie

Als Regelenergie wird die vom Netzbetreiber aufzuwendende Energie bezeichnet, die erforderlich ist, um Netzfrequenzabweichungen auszugleichen. Die Regelenergie wird von kurzfristig bereitstehenden Kraftwerken (Gaskraftwerken, Pumpspeicherkraftwerken, thermischen Kraftwerken in Teillast) abgerufen.

Regelzone

Gebiet eines elektrischen Netzes, für dessen Primärregelung, Sekundärregelung und Minutenreserve ein Übertragungsnetzbetreiber verantwortlich ist. In Deutschland gibt es vier Regelzonen (e.on, RWE, EnBW und Vattenfall).

Regenerative Energie

Energieformen, die sich ständig erneuern und daher praktisch zeitlich unbegrenzt nutzbar sind. Beispiele hierfür sind Wasserkraft, Windenergie, Solarenergie, Bioenergie und Geothermie.

Reserveleistung (auch Reservekapazität)

Die elektrische Leistung, die ein Energieversorgungsunternehmen einem Kunden mit Eigenanlagen zur Stromerzeugung für den Fall zur Verfügung hält, dass diese vorübergehend durch eine Störung ganz oder teilweise ausfallen oder wegen einer Revision stillgesetzt werden. Die Reserveleistung soll Abweichungen in der Leistungsbilanz zwischen erwarteten und eingetretenen Verhältnissen ausgleichen.

Reservestrom

Eine Stromlieferung im Falle eines Ausfalls bzw. während einer Revision der Eigenerzeugungsanlage.

 

Spitzenlast

Elektrische Leistung, die nur an wenigen Tagen im Jahr oder an wenigen Stunden am Tag nachgefragt wird, meist in den Vormittagsstunden. Um diese Spitzen in der Lastkurve abdecken zu können, müssen besondere Kraftwerkseinheiten bereitgestellt werden.

Standardlastprofil

Zeitreihe, die für jede Abrechnungsperiode einen standardisierten Leistungswert definiert. Standardisierte Lastprofile können für beliebige Endverbraucher- und Erzeugerkategorien beschrieben werden. Anders als beim analytischen Lastprofil, das die Lastsumme im Nachhinein auf die jeweiligen Kundengruppen aufteilt, legt das synthetische Lastprofil vorab repräsentative Profile der Kundengruppen zugrunde und addiert diese zu einer Lastsumme. Dabei ergeben sich oft erhebliche Abweichungen zum analytischen Lastprofil, weil durch die Vorabberechnung Leistungsspitzen und atypische Zusatzlasten schlechter erfasst werden können. Beim analytischen Lastprofil (auch Restkurvenverfahren) ermittelt der Netzbetreiber den Summenlastgang der belieferten Kleinverbraucher, indem er das gemessene Lastprofil der Großkunden vom gesamten Lastprofil des Netzes abzieht. Anschließend weist er den einzelnen Stromlieferanten jenes Lastprofil zu, das sie am jeweiligen Tag hätten zur Verfügung stellen müssen, und stellt ihnen die Abweichung in Rechnung.

 

Übergabestation

Die Übergabestation ist die Stelle, an der das EVU die Elektrizität zur Verfügung stellt. Sie muss nicht identisch sein mit der Eigentumsgrenze oder mit der Stelle, an der die Elektrizität gemessen wird.

 

Verbundnetz

Das Verbundnetz ist die Gesamtheit aller synchron verbundenen Übertragungsnetze.

Verteilungsnetz

Das Verteilungsnetz dient innerhalb einer begrenzten Region der Verteilung elektrischer Energie zur Versorgung von Kundenanlagen oder Umspannstationen. In Verteilungsnetzen ist der Lastfluss im Wesentlichen durch die Kundenlast bestimmt. In Deutschland werden Nieder- , Mittel- und Hochspannungsnetze als Verteilungsnetze genutzt. In besonderen Fällen kann auch ein 220- oder 380-kV-Netzteil als Verteilungsnetz betrachtet werden.

Vollversorgung

Die gängigste Form der Stromversorgung, bei der ein Stromkunde seinen gesamten Strombedarf aus einer Hand, d.h. von einem einzigen Lieferanten bezieht. Bei Vollversorgungsverträgen entfällt die genaue Angabe über den Umfang und zeitlichen Verlauf der Energieabnahme. Die Vollversorgung ist auch nach der Liberalisierung die am weitesten verbreitete Form der Versorgung, da sie insbesondere bei kleineren Unternehmen mit vergleichsweise wenig organisatorischem Aufwand betrieben werden kann. So beschränkt sich die Informationsbeschaffung vor Abschluss eines neuen Vollversorgungsvertrags auf die Einholung aktueller Marktpreise. Die Vollversorgung wird teilweise auch als Vollstromlieferung bezeichnet.

Volt (V)

Volt ist die Einheit für die Spannung des elektrischen Stroms. Die Einheit ist nach dem italienischen Physiker Alessandro Volta (1745–1827) benannt.

 

Wasserkraftwerk

Die Energie des Wassers wird in Laufwasserwerken an Flüssen und durch Speicherwasserwerke zur Stromerzeugung genutzt. Weltweit bestehen noch erhebliche Ausbaumöglichkeiten; dagegen sind die wirtschaftlich nutzbaren Wasserkräfte in der Bundesrepublik Deutschland bereits weitgehend ausgebaut. Je nach Betriebsweise unterscheidet man verschiedene Arten von Wasserkraftwerken (Laufwasserkraftwerke, Speicherkraftwerke, Pumpspeicherkraftwerke).

Watt (W)

Einheit der elektrischen Leistung. Diese physikalische Einheit ist nach dem Schotten James Watt (1736–1819) benannt.

Wechselstrom

Strom, der durch eine Wechselspannung erzeugt wird, die in Abhängigkeit von der Zeit ihre Polarität und ihren Spannungswert ändert. Wechselspannung wird in Kraftwerken durch Generatoren erzeugt, deren Rotoren sich fortwährend drehen, wodurch eine Spannung mit wechselnder Polarität und sinusförmigem Verlauf entsteht.

Wirkleistung

Wirkleistung ist die elektrische Leistung, die für die Umsetzung in eine andere Leistung verfügbar ist, z. B. in mechanische, thermische, chemische, optische oder akustische Leistung (Scheinleistung).

Wirkungsgrad

Der Wirkungsgrad ist ein Maß für die Wirksamkeit eines Energieumwandlungsprozesses. Er bestimmt sich als Verhältnis von abgegebener Leistung zu aufgenommener Leistung und wird in Prozent angegeben.

Der Wirkungsgrad ist immer kleiner als eins, da in der Realität stets Verluste, z. B. in Form von Abwärme, auftreten. In der Energietechnik steht das griechische Eta als Symbol für den Wirkungsgrad.

Zählpunkt

Der Zählpunkt ist der Punkt eines Energienetzes, an dem Zählwerte mit einem Messgerät erfasst und registriert werden.

B.1278.0704; 11/10

 

(Quellen: EnBW Vertrieb GmbH: EnBW Wissen, Energie-ABC, 2010; Süwag Energie AG: Gas-ABC, 2009)